Bergtod – Der Preis der Leidenschaft

Die Leidenschaft Bergsteigen endet manchmal in einer Tragödie. Zurück bleiben Familie und Freunde. Der Alpenverein Südtirol widmet diesem Thema heute einen Bergfilmabend im Filmclub Bozen.

Gezeigt werden die beiden Filme „Karl“, über den Tod Karl Unterkirchers am Nanga Parbat im Juli 2008 und „Gerfried Götschl – der letzte Weg“. Gerfried Götschl wird seit 9. März 2012 am Hidden Peak (Pakistan) vermisst. Zwischen den Filmen sprechen die Hinterbliebenen der beiden Extrembergsteiger, Silke Unterkircher und Heike Götschl-Grünwald, über das Leben mit den beiden Bergsteigern und ihren tragischen Verlust.

Wir haben mit Silke Unterkircher gesprochen, wie geht sie mit dem Tod ihres Mannes um?

Ihr Mann Karl ist 2008 am Nanga Parbat ums Leben gekommen. Wie geht es Ihnen und Ihren Kindern heute?
Es geht mir gut, was soll ich sagen. Wir Leben unser Leben. Die Kinder (12, 9 und 8 Jahre alt) werden größer, aber es geht uns allen gut. Natürlich ist es manchmal etwas stressig, alleine mit drei Kindern.

Haben Sie Ihrem Mann nach dessen Tod je Vorwürfe gemacht, dass er Sie mit den Kindern alleine gelassen hat?
Es ist ganz normal, dass es schwierige Momente im Leben gibt, die jeder von uns hat, und man sich dann denkt, hat das jetzt wirklich sein müssen. Aber auch diese Momente gehen vorbei und man denkt dann wieder anders.  

Sie sind selber leidenschaftliche Bergsteigerin. Mit welchen Gefühlen gehen Sie heute auf den Berg?
Es tut mir immer wieder gut in der Natur zu sein. Bergsteigerin ist auch ein bisschen übertrieben, ich gehe gern wandern, ich gehe Skitouren und tut mir es einfach gut. Ich merke, dass ich glücklich bin wenn ich in der Natur draußen und auf den Bergen bin.

Wir haben diesen Winter bereits 5 Lawinentote. Trotzdem begeben sich immer wieder Familienväter in Gefahr. Für viele Menschen unverständlich, was sagen Sie dazu?

Logisch wenn man die Nachrichten der letzten Tage hört dann schaut, es aus als wäre das ein sehr gefährlicher Sport. Aber man kann auch vieles vermeiden. Und wenn man bedenkt, wie viele Leute Skitouren gehen, passiert im Verhältnis relativ wenig.  In den letzten Wochen waren wieder viele negative Schlagzeilen. Aber ich denke die Leute werden immer wieder auf die Berge gehen, denn dort gibt es auch viel schönes.  

Würden Sie Ihren Mann nochmal gehen lassen?
Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Bergsteigen, das war er, es war sein Leben, es war sein Weg. Es wäre wahrscheinlich nicht anders möglich gewesen.

Die beiden Filme und die Diskussion heute Abend im Filmclub Bozen, ab 20:00 Uhr.