Freiwilliger Altenhelfer mit 96

Mit 96 Jahren ist Peter Rabensteiner regelmäßig im Altersheim – nicht weil er Unterstützung braucht, sondern weil er den Bewohnern selbst Unterstützung anbietet.

Peter Rabensteiner ist 96 Jahre alt und als wir ihn besucht haben, hätten wir nie geglaubt, dass ein Mann in seinem Alter noch so fit unterwegs sein kann. Wer nun meint, Peter Rabensteiner sei ein Heimbewohner, liegt falsch. Denn er ist freiwilliger Helfer. Treffender ausgedrückt: Peter Rabensteiner ist ein Mann mit viel Herz.

Als seine Frau vor vielen Jahren wegen eines Schlaganfall ins Altersheim St. Pauls gekommen ist, hat er sie immer wieder besucht. Als sie verstarb, war er es schon so gewohnt, die Menschen im Altersheim zu besuchen, dass er diese Gewohnheit einfach fortführte und so macht er es 20 Jahre später immer noch. Und das, obwohl er mit 96 Jahren mittlerweile älter ist, als die meisten Menschen, die er betreut. Ihm macht es Freude, sagt er, denn „mit einem bestimmten Alter hat man auf der Straße ja auch ziemlich an Wert verloren und hier, kommt mir vor, ist man noch wertvoll.“

Er bringt die Heimbewohner in die Kirche, holt sie von dort wieder ab und spricht mit vielen, die es brauchen. Nur eines macht ihn ein bisschen zu schaffen, nämlich die Tatsache, dass die Leute vieles wieder vergessen. Wenn Menschen, mit denen man viel unterwegs war, einen plötzlich nicht mehr erkennen und sich auch an Orte, die sie so oft besucht haben, nicht mehr erinnern, stimmt das oft mal traurig.

Ans Aufhören denkt der 96-Jährige auf keinen Fall. Solange er fit ist, will er weitermachen. Die Bereichsleiterin für Freizeit und Reha, Carolin Pedoth, ist froh um die Hilfe und die Freundlichkeit, die Peter Rabensteiner ins Altersheim bringt.

„Wenn es jemandem hier mal nicht gut geht, dann nimmt er sich immer für diesen Menschen Zeit. Genau das ist uns wichtig - dass wir wirklich Zeit haben für die Leute. Und das trägt er mit“, sagt sie.

40 freiwillige Helfer kümmern sich um die 94 Heimbewohner. Der mit Abstand älteste ist aber Peter Rabensteiner mit seinen 96 Jahren. Und wenn es nach ihm geht, wird das noch länger so bleiben. Also wenn jemand erkannt hat, wie schön es sein kann zu geben, dann wohl er.