25-Stunden-Arbeitswoche?

Weniger lang arbeiten bei gleicher Bezahlung – klingt doch traumhaft, oder? Bei einer deutschen IT-Firme dürfen die Mitarbeiter diesen Traum nun leben.

25 Stunden Arbeit gegen eine 40 Stunden-Bezahlung, klingt nach einem relativ ungleichen Tauschgeschäft, zum Nachteil des Arbeitgebers. Der Chef eines IT-Unternehmens im deutschen Bielefeld ist anderer Meinung. Lasse  Rheingans ist vom 5-Stunden-Tag überzeugt: „Wenn man planvoll und effizient arbeitet, schafft man das Pensum auch in fünf Stunden.“

Eine Meinung, die auch der Arbeitspsychologe des AFI Tobias Hölbling teilt. „Es ist wichtig die Arbeitszeit so zu gestalten, dass die Arbeitsabläufe möglichst optimiert sind. Das trägt dazu bei, dass ich meine Arbeitsziele in kürzerer Zeit und mit größerer Effizienz erreichen kann“, erklärt er.

Rheingans Mitarbeiter arbeiten jetzt nur noch von 8 bis 13 Uhr. Private Telefonate, privates Surfen im Internet, lange Kaffee-Küchen-Gespräche sind nicht verboten, aber verpönt. Dafür ist ab mittags Zeit für Sport, Familie und Hobbys.

Die Mitarbeiter freut’s auf jeden Fall. Wenig verwunderlich, immerhin haben sie nun ohne auf einen Teil ihres Gehalts verzichten zu müssen, mehr Zeit für sich. Gleichzeitig geht Ihnen die Arbeit leichter von der Hand.

Wichtig ist allerdings, dass auch die Kommunikation untereinander nicht zu kurz kommt, weiß der Arbeitspsychologe. Dennoch ist Kommunikation abseits der Arbeit für jede Firma wichtig, findet Tobias Hölbling. „Das Rahmenwerk drum herum, wie Gespräche mit den Kollegen (z.B. Kaffeepausen) sollten aufrecht erhalten werden, denn auch das ist ein wichtiger Teil der Arbeit“, sagt er.

Trotz allen Enthusiasmus für Themen wie Mitarbeitermotivation und Effizienzsteigerung im Betrieb, muss man jedoch jede Situation objektiv betrachten und abschätzen wie realistisch die Umsetzung des Konzepts erscheint. Das Modell funktioniert in erster Linie in Branchen ohne regelmäßigen Kundenverkehr, also in spezialisierten Branchen oder bei Wissensarbeitern, die auch ohne unbedingte Außenkontakte auskommen.

Bisher befindet sich das 13-Mann-Team des Bielefelder Unternehmens noch in der Pilotphase. Ob der Fünf-Stunden-Tag auch tatsächlich so fortgesetzt wird, will der Boss im Februar entscheiden.