20.Todestag von Falco

Jeder Grund ist willkommen, wenn es darum geht eine Legende wieder aufleben zu lassen. Nachdem im Vorjahr Falcos 60. Geburtstag gefeiert wurde und sämtliche österreichische und deutsche Fernsehsender ihm zu Ehren eine Dokumentation über sein Leben und seine Erfolge ausstrahlten, wird am 6. Februar 2018 seines 20. Sterbetages gedacht.

„Muss ich denn sterben, um zu leben?“, fragt sich Falco in seiner letzten Single „Out of the dark“, die post mortem zu einem großen Erfolg wurde. Wie es scheint ist dem so, denn er scheint lebendiger denn je. Nicht nur die Medien seines Geburtslandes feiern weiterhin Geburts- und Todestage des gebürtigen Österreichers, auch ausländischer Medien lassen ihn wieder hochleben. Das liegt einerseits an seinem musikalischem Ausnahmetalent und andererseits an seinem bewegten Leben bis hin zu dessen tragischen Endes. Aber beginnen wir ganz von vorne:

Johann Hölzel, wie Falco mit bürgerlichem Namen hieß, wurde am 19. Februar 1957 als einzig überlebendes Kind von Drillingen in Wien geboren. Seine Leidenschaft für die Musik war bereits früh erkennbar. So erzählte seine Mutter gerne davon, wie ihr Sohn im Gitterbettchen sein imaginäres Orchester zur Radiomusik dirigierte. Bereits mit vier Jahren begann er mit Musikunterricht und versetzte seine Musiklehrer mit seinem absoluten Gehör ins Staunen. Abgesehen von Musik, Deutsch und Englisch gelang das dem ehemaligen Schulabbrecher allerdings nicht. Mit über 400 unentschuldigen Fehlstunden verließ er die erste Klasse der Oberschule und konzentrierte sich nach einer ebenfalls abgebrochenen Ausbildung zum Bürokaufmann ganz auf die Musik. Er stieg als Bassist in die Band „Umspannwerk“ ein, spielte in der Band „Drahdiwaberl“, zog für einige Monate nach West-Berlin um die dortige Musikszene zu erkunden, wurde Teil der Hallucination Company, eine Wiener Musiktheatergruppe und entwickelte in diesen Jahren die Figur des Falco, inspiriert an dem DDR-Skispringer Falko Weißpflog. Ein eleganter Anzug, kurz geschnittene, zurückgegelte Haare und Sonnenbrille (ganz im Kontrast zur Mode des Moments) sollten fortan bei seinen Konzerten nicht mehr fehlen.

Im Jahr 1981 gelang Falco der Durchbruch als Solokünstler. Der Wiener Plattenproduzent Markus Spiegel wurde auf ihn aufmerksam und verhalf ihm zu seinem ersten Plattenvertrag. „Der Kommissar“ bescherte dem Falken kurz darauf den großen Durchbruch. Insgesamt verkaufte sich der Song weltweit etwa sieben Millionen Mal. Nach dem kommerziell weniger erfolgreichen Album „Junge Römer“ und dem Skandalsong "Jeanny" setzte er mit „Rock Me Amadeus“ seinen musikalischen Siegeszug fort und schaffte etwas, das weder vor noch nach ihm je wieder erreicht wurde – Platz 1 der US-Billboard-Charts mit einem deutschsprachigen Lied. Laut engsten Vertrauten konnte er sich über diesen Erfolg im ersten Moment allerdings kaum freuen. Er ahnte bereits damals, dass er es nicht schaffen würde diesen Erfolg zu wiederholen.

Im Herbst 1986 erschien das vierte Album des Weltstars: „Emotional“. Im Anschluss daran ging Falco auf eine Welttournee, die ihn bis nach Japan führte. Das Album „Wiener Blut“ steht für seine Entscheidung gegen das Weltstar-Dasein, das mehrere längere Auslandsaufenthalte mit sich brachte und sich schwer mit seiner jungen Familie und seiner Heimatverbundenheit vereinbaren ließ. Der erhoffte Erfolg stellte sich jedoch nicht ein. Im selben Zeitraum trennte er sich definitiv von seiner Exfrau und erfuhr zudem, dass er nicht der leibliche Vater seiner Tochter Katharina war, was seine Alkohol- und Drogensucht abermals verschlimmerte. Erst mit dem 1992 veröffentlichten Album „Nachtflug“ und der gleichnahmigen Single konnte er (zumindest in Österreich) wieder an alte Erfolge anknüpfen. 1995 veröffentlichte Falco unter dem Pseudonym T>>MA (Wortspiel zu „Thema“) die Single „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“, welche sich an die aufstrebende Techno-Musik anlehnt.

Am 6. Februar 1998 verunglückte er bei einem Autounfall in seiner neuen Wahlheimat, der Dominikanischen Republik, tödlich. Das wenige Wochen nach seinem Tod veröffentlichte Album „Out Of The Dark" wurde ein großer Erfolg und ließ aufgrund der Textzeile „Muss ich denn sterben um zu leben?“  Spekulationen über einen möglichen Selbstmord aufkommen, die allerdings und von Freunden stark angezweifelt wurden.